Website erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung mit WordPress (für Gründer)
Lesezeit: 22 Minuten
In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine professionelle Website mit WordPress erstellen — von Null bis zum fertigen Online-Auftritt. Kein Vorwissen nötig.
Komplette Anleitung: Eigene Firmenwebsite mit WordPress erstellen. Vom Hosting über das Design bis zum Launch — mit Screenshots-Tipps und konkreten Empfehlungen.
## Warum WordPress die beste Wahl für Gründer ist WordPress ist das weltweit meistgenutzte Content-Management-System — über 43 Prozent aller Websites weltweit laufen auf dieser Plattform. Darunter sind kleine Handwerker-Websites genauso wie die Online-Auftritte von Sony, Time Magazine oder der schwedischen Regierung. Diese Verbreitung hat handfeste Gründe: WordPress ist kostenlos, extrem flexibel, gut dokumentiert und wird von einer riesigen Community weiterentwickelt. Für Gründer ist WordPress besonders attraktiv, weil es mit dem Unternehmen mitwachsen kann. Sie starten mit einer einfachen Präsenzseite und können später ohne Plattformwechsel einen Blog, einen Online-Shop, ein Buchungssystem oder ein Mitglieder-Portal ergänzen. Bei einem Baukasten wie Jimdo oder Wix stoßen Sie irgendwann an Grenzen — bei WordPress praktisch nie. Wichtig zu verstehen: Es gibt zwei verschiedene Varianten. WordPress.com ist ein gehosteter Dienst ähnlich einem Baukasten — einfach, aber eingeschränkt. WordPress.org ist die freie Software, die Sie auf eigenem Webspace installieren und die Ihnen volle Kontrolle gibt. Dieser Artikel behandelt WordPress.org, da es die professionellere und langfristig bessere Lösung ist. ## Schritt 1: Hosting und Domain buchen Bevor Sie WordPress installieren können, brauchen Sie zwei Dinge: einen Webspace (Hosting), auf dem Ihre Website gespeichert wird, und eine Domain (Ihre Internetadresse wie meine-firma.de). Für deutsche Unternehmen empfehle ich folgende Hoster: All-Inkl.de bietet ab etwa 5 Euro pro Monat zuverlässiges Hosting mit hervorragendem deutschsprachigem Support — ideal für Einsteiger, die bei Problemen schnell Hilfe brauchen. Raidboxes ist auf WordPress spezialisiert und bietet ab 15 Euro pro Monat optimierte Server mit automatischen Backups und Staging-Umgebungen — ideal, wenn Ihnen Geschwindigkeit und Komfort wichtig sind. IONOS bietet ab 4 Euro pro Monat günstiges Hosting mit 1-Click-WordPress-Installation — gut für preisbewusste Gründer. Bei der Domainwahl gilt: Wählen Sie möglichst Ihren Firmennamen als Domain mit .de-Endung. Wenn dieser vergeben ist, probieren Sie Varianten wie firma-stadt.de oder mein-firmenname.de. Vermeiden Sie zu lange Domains, Bindestriche in Serie und exotische Endungen wie .xyz oder .info — diese wirken weniger seriös. Die Domain kostet zwischen 10 und 15 Euro pro Jahr, ist bei vielen Hostern im ersten Jahr inklusive. ## Schritt 2: WordPress installieren Die meisten modernen Hoster bieten eine 1-Click-Installation für WordPress an. Bei All-Inkl finden Sie diese unter "Software-Installation" in Ihrem Kundenbereich, bei IONOS unter "Website & Shops" und bei Raidboxes ist WordPress bereits vorinstalliert. Die Installation dauert nur wenige Minuten. Sie müssen lediglich einen Benutzernamen und ein sicheres Passwort für den Admin-Zugang festlegen sowie den Titel Ihrer Website eingeben (kann später geändert werden). Nach der Installation erreichen Sie Ihr WordPress-Backend unter ihredomain.de/wp-admin. Falls Ihr Hoster keine 1-Click-Installation bietet, können Sie WordPress auch manuell installieren: Laden Sie die aktuelle Version von de.wordpress.org herunter, entpacken Sie die Dateien und laden Sie sie per FTP auf Ihren Webspace hoch. Erstellen Sie eine MySQL-Datenbank in Ihrem Hosting-Panel und rufen Sie dann Ihre Domain im Browser auf — WordPress führt Sie durch die restliche Einrichtung. ## Schritt 3: Theme auswählen und installieren Das Theme bestimmt das Erscheinungsbild Ihrer Website — Farben, Schriften, Layout und allgemeine Ästhetik. WordPress bietet tausende kostenlose und kostenpflichtige Themes. Für eine Firmenwebsite empfehle ich, etwas Zeit in die Theme-Auswahl zu investieren, denn ein späterer Wechsel ist zwar möglich, aber aufwendig. Gute kostenlose Themes für Firmenwebsites sind Astra (extrem schnell und flexibel), GeneratePress (schlank und gut optimiert) und Kadence (modern mit vielen Designoptionen). Kostenpflichtige Themes bieten typischerweise mehr Designvorlagen und besseren Support — empfehlenswert sind Divi (89 USD/Jahr) und Astra Pro (47 USD einmalig). Installieren Sie ein Theme unter Design > Themes > Hinzufügen. Suchen Sie nach dem gewünschten Theme, klicken Sie auf "Installieren" und dann auf "Aktivieren". Anschließend passen Sie es unter Design > Customizer an Ihre Firmenfarben und Wünsche an. ## Schritt 4: Wichtige Plugins installieren Plugins erweitern WordPress um zusätzliche Funktionen. Aus den über 60.000 verfügbaren Plugins brauchen Sie für den Start nur eine Handvoll — installieren Sie nicht zu viele, da jedes Plugin die Ladezeit potenziell verschlechtert. Für Sicherheit installieren Sie Wordfence oder Sucuri Security. Diese schützen Ihre Website vor Hackerangriffen, Brute-Force-Attacken und Malware. Für SEO installieren Sie Yoast SEO oder RankMath — beide helfen Ihnen, Seitentitel, Meta-Descriptions und die gesamte On-Page-Optimierung professionell umzusetzen. Für Kontaktformulare eignet sich WPForms (einfach) oder Contact
Haeufig gestellte Fragen
Was kostet ein WordPress-Hosting?
Für ein solides WordPress-Hosting zahlen Sie zwischen 5 und 30 Euro pro Monat, abhängig vom Anbieter und der Leistung. Günstige Anbieter wie All-Inkl.com oder Netcup bieten für 5-10 Euro/Monat Shared Hosting, das für die meisten Firmenwebsites völlig ausreicht (bis ca. 5.000 Besucher/Tag). Managed-WordPress-Hosting (z.B. Raidboxes, WP Engine) kostet 15-30 Euro/Monat, nimmt Ihnen aber Updates, Backups und Sicherheit ab. Zusätzliche laufende Kosten: Domain ca. 10-15 Euro/Jahr, SSL-Zertifikat (oft im Hosting enthalten, sonst 50-100 Euro/Jahr), Premium-Plugins falls nötig (je 50-200 Euro/Jahr). Eine E-Mail-Adresse mit Ihrer Domain (info@ihreFirma.de) ist bei den meisten Hostern inklusive. Achten Sie bei der Wahl auf Server-Standort Deutschland (DSGVO), automatische Backups und schnellen Support.
Wie pflege ich die Website nach dem Launch?
Eine Website ist kein einmaliges Projekt, sondern braucht regelmäßige Pflege: Technisch sollten Sie WordPress-Updates, Theme-Updates und Plugin-Updates mindestens monatlich durchführen (Sicherheitslücken!). Erstellen Sie vorher immer ein Backup. Prüfen Sie vierteljährlich, ob alle Links noch funktionieren und die Kontaktformulare Nachrichten zustellen. Inhaltlich empfiehlt es sich, Ihre Seiten mindestens halbjährlich auf Aktualität zu prüfen (Preise, Öffnungszeiten, Team-Fotos, Referenzen). Für SEO ist es sinnvoll, 2-4 neue Blogbeiträge pro Monat zu veröffentlichen. Wenn Ihnen das zu viel ist, können Sie die technische Wartung an einen Dienstleister abgeben (50-200 Euro/Monat für Managed WordPress Care). Das erspart Ihnen den Stress mit Updates und Sicherheit und Sie können sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren.
Kann ich meine Website auch selbst erstellen ohne Vorkenntnisse?
Ja, mit den modernen Website-Baukästen (Jimdo, Wix, Squarespace) ist das für eine einfache Firmenwebsite definitiv möglich, auch komplett ohne Programmier- oder Designkenntnisse. Diese Tools funktionieren nach dem Drag-and-Drop-Prinzip: Sie wählen eine Vorlage aus und passen Texte, Bilder und Farben nach Ihren Wünschen an. Eine einfache Website mit 5 Seiten (Startseite, Über uns, Leistungen, Referenzen, Kontakt) können Sie an einem Wochenende erstellen. WordPress ist ebenfalls für Einsteiger machbar, erfordert aber 1-2 Wochen Einarbeitung und regelmäßige Wartung. Mein Tipp: Starten Sie mit einem Baukasten und wechseln Sie später zu WordPress, wenn Sie die Grenzen des Baukastens spüren. Die wichtigsten Inhalte (Texte und Fotos) bereiten Sie am besten vor dem eigentlichen Website-Bau vor.
Was brauche ich für eine rechtssichere deutsche Firmenwebsite?
Jede geschäftliche Website in Deutschland braucht mindestens diese rechtlichen Bestandteile: Ein vollständiges Impressum nach §5 TMG (von jeder Seite erreichbar, max. 2 Klicks), eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung (individuell für Ihre Website, nicht einfach irgendwo kopiert), ein Cookie-Consent-Banner (das echte Zustimmung einholt, bevor Tracking-Cookies gesetzt werden), AGB falls Sie online verkaufen (inklusive Widerrufsbelehrung für Verbraucher), und bei einem Online-Shop einen funktionierenden Bestellprozess mit Button-Lösung (zahlungspflichtig bestellen). Zusätzlich muss Ihre Website barrierefrei zugänglich sein (ab 2025 für B2C-Shops verpflichtend). Nutzen Sie für Impressum und Datenschutz die kostenlosen Generatoren von eRecht24 oder der IT-Recht Kanzlei - selbst geschriebene Texte sind fast immer fehlerhaft und abmahngefährdet.