Berufsunfähigkeitsversicherung - Schutz bei Krankheit
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Zahlt Rente wenn Sie wegen Krankheit nicht mehr arbeiten können. Für Selbstständige sehr wichtig! Kosten 50 bis 300 Euro monatlich. Je jünger desto günstiger.
## Warum eine BU-Versicherung unverzichtbar ist Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt — und wird dennoch von vielen Berufstätigen unterschätzt oder aufgeschoben. Statistisch wird jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland vor Erreichen des Rentenalters berufsunfähig. Die häufigsten Ursachen sind nicht etwa Unfälle, sondern psychische Erkrankungen (über 30 Prozent), gefolgt von Erkrankungen des Bewegungsapparats, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die staatliche Absicherung über die Erwerbsminderungsrente ist für die meisten Menschen völlig unzureichend. Wer nach 1961 geboren ist, hat keinen Anspruch mehr auf die alte Berufsunfähigkeitsrente der gesetzlichen Rentenversicherung. Stattdessen gibt es nur noch die Erwerbsminderungsrente — und diese erhalten Sie nur, wenn Sie weniger als drei Stunden täglich irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen können (volle Erwerbsminderung) oder weniger als sechs Stunden (halbe Erwerbsminderung). Ein Chirurg mit zitternden Händen, der theoretisch noch am Empfang arbeiten könnte, bekäme keine volle Erwerbsminderungsrente. Die private BU-Versicherung hingegen zahlt, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können — eine deutlich niedrigere Schwelle. ## Wie viel BU-Rente brauchen Sie? Die BU-Rente sollte ausreichen, um Ihren Lebensstandard bei Wegfall des Arbeitseinkommens aufrechtzürhalten. Als Faustregel gilt: Versichern Sie mindestens 70 bis 80 Prozent Ihres Nettöinkommens. Bei einem Nettöinkommen von 3.000 Euro sollte die BU-Rente also mindestens 2.100 bis 2.400 Euro betragen. Berücksichtigen Sie dabei: Im Fall der Berufsunfähigkeit entfallen zwar die Fahrtkosten zur Arbeit und berufsbedingte Ausgaben, aber viele Kosten bleiben gleich oder steigen sogar (Miete, Lebenshaltung, möglicherweise höherer Pflegebedarf). Außerdem ist die BU-Rente bei Verträgen, die nach 2005 abgeschlossen wurden, mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig — kalkulieren Sie diesen Abzug mit ein. Selbständige sollten besonders großzügig kalkulieren, da sie keine Arbeitgeber-finanzierte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erhalten und die gesetzliche Absicherung noch geringer ist als bei Angestellten. Eine BU-Rente von 3.000 bis 5.000 Euro monatlich ist für Selbständige mit entsprechendem Einkommen keine Übertreibung. ## Worauf Sie beim Abschluss achten müssen Die Qualität einer BU-Versicherung zeigt sich nicht im Preis, sondern in den Vertragsbedingungen — und hier gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Folgende Klauseln sind essenziell: Der Verzicht auf abstrakte Verweisung bedeutet, dass der Versicherer Sie nicht auf einen anderen Beruf verweisen darf, den Sie theoretisch ausüben könnten. Ohne diese Klausel könnte der Versicherer argumentieren, dass ein berufsunfähiger Ingenieur ja noch als Berater arbeiten könnte — und die Leistung verweigern. Die Nachversicherungsgarantie erlaubt Ihnen, die BU-Rente zu bestimmten Anlässen (Heirat, Geburt, Gehaltserhöhung, Immobilienkauf) ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Das ist wichtig, weil sich Ihr Einkommen und Ihre Verantwortung im Laufe des Lebens ändern, Sie aber möglicherweise aufgrund einer zwischenzeitlichen Erkrankung keine neue Versicherung mehr bekommen würden. Die Leistungsdaür sollte mindestens bis zum Renteneintrittsalter laufen (also bis 67). Kürzere Laufzeiten sind zwar günstiger, hinterlassen aber eine gefährliche Lücke: Wenn Sie mit 55 berufsunfähig werden und der Vertrag nur bis 60 läuft, stehen Sie sieben Jahre ohne Absicherung da. ## Die Gesundheitsprüfung Die Gesundheitsprüfung ist der kritischste Punkt beim BU-Abschluss. Der Versicherer fragt detailliert nach Vorerkrankungen, ärztlichen Behandlungen, Krankenhausaufenthalten, Psychotherapien und Medikamenteneinnahmen — typischerweise für die letzten fünf bis zehn Jahre. Beantworten Sie diese Fragen vollständig und wahrheitsgemass. Verschwiegene Vorerkrankungen können im Leistungsfall zur Vertragsanfechtung führen — selbst wenn die verschwiegene Erkrankung in keinem Zusammenhang mit der spät eintretenden Berufsunfähigkeit steht. Je jünger und gesunder Sie beim Abschluss sind, desto günstiger sind die Beiträge und desto wahrscheinlicher ist eine Annahme ohne Ausschlüsse oder Risikozuschläge. Ein 25-Jähriger ohne Vorerkrankungen zahlt für dieselbe Absicherung oft weniger als die Hälfte eines 40-Jährigen. Schließen Sie die BU-Versicherung daher so früh wie möglich ab — idealerweise während des Studiums oder zu Beginn der Berufstätigkeit. Wenn Sie Vorerkrankungen haben, die zu Ausschüssen oder Ablehnungen führen könnten, lohnt sich eine anonyme Voranfrage über einen spezialisierten Versicherungsmakler. Dieser fragt bei mehreren Versicherern unverbindlich an, ohne dass Ihr Name genannt wird — so erfahren Sie vorab, welcher Versicherer Sie zu welchen Konditionen annehmen würde, ohne dass eine Ablehnung in der Datenbank HIS (Hinweis- und Informationssystem) gespeichert wird. ## Kosten ei