Private Pflegezusatzversicherung
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Gesetzliche Pflegeversicherung reicht nicht. Heim kostet 3.000 bis 5.000 Euro, GKV zahlt nur 700 bis 2.000 Euro. Zusatz schließt Lücke. Kostet 20 bis 80 Euro monatlich.
## Die Versorgungslücke in der Pflege Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilkaskoversicherung — sie deckt nur einen Bruchteil der tatsächlichen Pflegekosten ab. Im Pflegeheim beträgt der monatliche Eigenanteil im Bundesdurchschnitt über 2.000 Euro, in teuren Regionen wie München oder Hamburg sogar 2.500 bis 3.000 Euro. Dieser Betrag umfasst den Pflegeeigenanteil, die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten der Einrichtung. Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt je nach Pflegegrad zwischen 125 und 2.005 Euro monatlich — die Differenz müssen Sie aus eigener Tasche oder aus dem Vermögen bestreiten. Wer keine ausreichenden Rücklagen oder Einkünfte hat, muss zunächst sein gesamtes Vermögen bis auf einen Schonbetrag aufbrauchen, bevor das Sozialamt einspringt. Und seit der Änderung des Angehörigen-Entlastungsgesetzes werden zwar Kinder mit einem Jahreseinkommen unter 100.000 Euro brutto nicht mehr zum Elternunterhalt herangezogen, aber der Pflegebedürftige selbst verliert in vielen Fällen sein gesamtes Erspartes. Eine private Pflegezusatzversicherung schließt diese Lücke und schützt Ihr Vermögen. ## Die verschiedenen Versicherungsarten Die Pflegetagegeldversicherung zahlt bei Eintritt eines definierten Pflegegrads einen vereinbarten täglichen Geldbetrag — unabhängig davon, wie hoch die tatsächlichen Pflegekosten sind. Sie können das Geld frei verwenden: für professionelle Pflege, für pflegende Angehörige oder für beliebige andere Zwecke. Die Flexibilität ist der größte Vorteil dieses Modells. Ein typischer Vertrag zahlt beispielsweise 50 Euro täglich bei Pflegegrad 3 und 100 Euro täglich bei Pflegegrad 5 — das ergibt 1.500 bis 3.000 Euro monatlich. Die Pflegekostenversicherung erstattet dagegen tatsächlich angefallene Pflegekosten bis zu einer vereinbarten Höchstgrenze. Sie müssen Rechnungen einreichen und erhalten den erstattungsfähigen Anteil zurück. Dieses Modell ist weniger flexibel als das Tagegeld, bietet aber den Vorteil, dass die Leistung direkt an die realen Kosten gekoppelt ist. In der Praxis hat sich das Pflegetagegeldmodell am Markt durchgesetzt, weil es einfacher, transparenter und flexibler ist. Die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung (Pflege-Bahr) bietet eine Zulage von 60 Euro jährlich, wenn Sie mindestens 120 Euro Jahresbeitrag zahlen. Allerdings sind die Leistungen im Pflegefall gering, und der Vertrag enthält keinen Gesundheitscheck — das bedeutet, dass auch Personen mit bereits bestehenden Erkrankungen aufgenommen werden, was die Beiträge für alle verteuert. Für die meisten Menschen ist ein ungeförderter Pflegetagegeldvertrag mit besseren Leistungen die sinnvollere Wahl. ## Wann und für wen eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist Der ideale Zeitpunkt für den Abschluss liegt zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr. In diesem Alter sind die Beiträge noch niedrig (typischerweise 30 bis 80 Euro monatlich für einen guten Pflegetagegeldvertrag), und Vorerkrankungen, die zum Ausschluss oder Risikozuschlag führen könnten, sind seltener. Je älter Sie bei Vertragsabschluss sind, desto höher fällt der monatliche Beitrag aus — und ab einem bestimmten Alter oder bei bestehenden Vorerkrankungen nehmen manche Versicherer Sie nicht mehr auf. Besonders sinnvoll ist eine Pflegezusatzversicherung für Selbständige, die keine Betriebsrente haben und deren Altersvorsorge möglicherweise nicht ausreicht, um neben den Lebenshaltungskosten auch hohe Pflegekosten zu tragen. Auch für Angestellte mit durchschnittlichem Einkommen, die im Pflegefall ihr Eigenheim oder ihr Erspartes schützen möchten, ist die Versicherung sinnvoll. Weniger relevant ist sie für sehr vermögende Personen, die die Pflegekosten problemlos aus dem laufenden Vermögen bestreiten können. ## Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Pflegetagegeldvertrags sind die Höhe des Tagegeldes pro Pflegegrad (achten Sie darauf, dass auch bei niedrigeren Pflegegraden bereits eine sinnvolle Leistung vereinbart ist), die Beitragsdynamik (jährliche automatische Erhöhung des Tagegeldes zum Inflationsausgleich), die Beitragsbefreiung im Leistungsfall (Sie sollten keine Prämien mehr zahlen müssen, sobald Sie pflegebedürftig werden) und die Optionsrechte zur Erhöhung der Leistung ohne erneute Gesundheitsprüfung. Vergleichen Sie mindestens fünf Anbieter und achten Sie nicht nur auf den aktuellen Beitrag, sondern auch auf die Beitragsstabilität des Versicherers in der Vergangenheit. Manche Versicherer erhöhen die Beiträge im Laufe der Jahre erheblich, weil ihre Kalkulation ursprünglich zu optimistisch war. Ein etwas höherer Anfangsbeitrag bei einem kalkulatorisch soliden Versicherer ist langfristig oft günstiger als ein scheinbar billiger Vertrag, der später massiv verteuert wird.